Bewerbung USA

Bewerbung in den USA

Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung in den USA

Weitere Tipps auch in unserem PDF-Dokument "Tips for finding an internship in the US"

Du bist auf der Suche nach einem Praktikum in den USA? Wenn Du ein für Dich interessantes Unternehmen gefunden hast, ist der nächste Schritt die Bewerbung. Im Allgemeinen unterscheidet sich das Bewerbungsverfahren in den USA nicht zu sehr, allerdings gibt es ein paar Details zu beachten.

Der erste Kontakt

Im Allgemeinen spielt die persönliche Kontaktaufnahme eine größere Rolle als in Deutschland. In den USA ist es nicht ungewöhnlich, telefonisch oder in persona beim anvisierten Arbeitgeber vorzusprechen - inwieweit das im konkreten Fall sinnvoll ist, hängt natürlich von der Firma und der Stelle ab, die man im Auge hat.

Da Eigeninitiative gut ankommt, versprechen Initiativbewerbungen durchaus Erfolg. Um so mehr, wenn Du Dich schon telefonisch oder persönlich vorgestellt hast, bevor Du Deine Unterlagen verschicken.

Unterlagen

Die Bewerbungsunterlagen bestehen aus dem Anschreiben (cover letter oder auch abgekürzt: CL) und dem Lebenslauf (resume). Weitere Unterlagen bitte nur auf Nachfrage - in den USA ist es nicht üblich, unaufgefordert unmengen an Dokumenten mitzuschicken.

Tipps zum Transcript

Für das Transcript musst Du zunächst die Wochenstundenzahl des jeweiligen Kurses so umrechnen, dass sie dem amerikanischen Credit-System entspricht. Zwei Wochenstunden an einer deutschen Uni sind drei bis vier "credit hours". Dann müssen die Noten dem amerikanischen Notensystem angleichen. Schließlich muss der jeweilige Fachbereich Deiner Uni das fertige transcript noch beglaubigen.

In Ausnahmsfällen kann es sein, dass der potentielle Arbeitgeber ausdrücklich ein "complete dossier" verlangt. Dann darfst du zusätzlich zum CL und resume auch Zeugnisse, Urkunden, Referenzen und Arbeitsproben einreichen. Manche Firmen haben auch eigene Bewerbungsformulare, die sie dort anfordern müssen. Zu einem complete dossier gehört auch ein transcript, in dem Du alle Kurse und Noten Ihres Studiums auflisten musst.

Wichtig ist zudem eine Tabelle (transcript), in der Kurse und Noten des Studiums aufgelistet werden.

Im Normallfall ist es jedoch nicht nötig, für eine Bewerbung in den USA Deine Zeugnisse mitzuschicken. Führe Deine Abschlussnote daher lieber im Lebenslauf mit auf.

Auch mit klassischen deutschen Arbeitszeugnissen wird man ob der oft kryptischen Ausdrucksweise deutscher Personalverantwortlicher in den USA nicht viel anfangen können. Solltest Du dennoch ein deutsches Arbeitszeugnis einreichen, solltest Du unbedingt eine professionelle Übersetzung beilegen. Das gilt übrigens für alle deutschsprachigen Dokumente Deiner Bewerbungsunterlagen. Eine korrekte Übersetzung ist dabei sehr wichtig, weshalb Du auf jeden Fall einen Muttersprachler und am besten noch einen professionellen freien Übersetzer oder eine Büro für Übersetzungen zu Hilfe nehmen solltest.

Mache in Deiner Bewerbung keine Angaben, wann Du die Stelle antreten kannst. Der Arbeitgeber geht davon aus, dass Du kurzfristig anfangen kannst, denn sonst hättest Du Dich gar nicht beworben.

Formale Besonderheiten

Anschreiben (cover letter)

Für eine Bewerbung in den USA sollte sich das Anschreiben wenn möglich an einen konkreten Ansprechpartner richten. Falls Du keinen hast, kannst Du die Anrede auch ganz weglassen oder Du schreibst alternativ "To Whom It May Concern:". Wie Du siehst, wird die Anrede, anders als im Deutschen, nicht mit einem Komma, sondern mit einem Doppelpunkt abgeschlossen. Das nachfolgende erste Wort des Briefes wird immer großgeschrieben.
Der formale Aufbau gliedert sich so, dass an erster Stelle Deine vollständige Adresse steht. Dann folgt das Datum. Beides kannst Du sowohl rechts- als auch linksbündig setzen. Danach folgt der Name des Adressaten und die Postadresse des Unternehmens. Darunter folgt nun die Anrede.

Eine Betreffzeile wird in einer Bewerbung in den USA in der Regel verwendet, ist aber kein Muss. Sie wird anders als in Deutschland erst NACH der Anrede platzier, mit "RE" ("with Reference to") eingeleitet und durch Fettung oder Unterstreichen hervorgeboben.

Erst dann folgt der frei formulierte eigentliche Text der Bewerbung.

Wenn Du die Visumsfrage für Dein Internship durch die Programmteilnahme bei TravelWorks schon gelöst hast – erwähne das in Ihrem Anschreiben ruhig. Das erhöht Deine Erfolgschancen enorm da der Arbeitgeber dann weiß, dass er keine Probleme mit der EInwanderungsbehörde haben wird. Außerdem signalisierst Du so Eigeninitiative.

Ansonsten fasse Dich kurz und sei selbstbewusst, aber realistisch. Achte darauf, schlüssig darzulegen, aus welchem Grund Du Dich bewirbst und warum Du für die angestrebte Stelle geeignet bist. Der cover letter sollte den Lebenslauf ergänzen und nicht dessen Informationen einfach wiederholen. Während der Lebenslauf eine nüchterne Aneinanderreihung von Fakten ist, darfst bzw. solltest Du sogar im cover letter Ihre Persönlichkeit durchscheinen lassen.

Du kannst Deinen Lebenslauf und das Anschreiben auch zunächst auf Deutsch verfassen und Dir dann von einem Übersetzer oder einer Übersetzungsagentur eine preiswerte Übersetzung anfertigen lassen.

 

Tabellarischer Lebenslauf (resume)

Für eine Bewerbung in Amerika verwendet man nicht wie in Grobritannien üblich die Überschrift "curriculum vitae" sondern erstellt einen eigenen "resume"-Kopf. Dieser enthält wie beim Anschreiben Deinen Namen und die Kontaktadresse - in der Regel mittig platziert, links- oder rechtsbündig ist aber auch möglich.

In den USA gibt es sehr strenge Antidiskriminierungsgesetze. Aus diesem Grund ist es nicht üblich, außer Namen und Adresse noch weitere Identitätsmerkmale aufzuführen und es wird KEIN Foto beigefügt.

Verzichte also unbedingt auf folgende Angaben:

  • Religion
  • Alter/Geburtsdatum
  • Größe/Gewicht
  • Herkunft
  • Familienstand und Kinder
  • Gesundheit

Kein Arbeitgeber möchte in den Verdacht kommen, Dich aufgrund solcher Merkmale bevorzugt oder abgelehnt zu haben.

Abgesehen davon gehören in den Lebenslauf die gleichen Elemente wie in Deutschland: Ausbildung, Berufliche Tätigkeiten, Praktika, besondere Kenntnisse, außerberufliches Engagement etc., wobei besonders auf letzteres in den USA sehr viel mehr Wert gelegt wird als bei uns. Grundsätzlich gilt: Hebe in erster Linie jene Informationen hervor, die für die Arbeit, für die Du Dich bewirbst, von Bedeutung sind. Deine Persönlichkeit ist häufig ein viel wichtigeres Entscheidungskriterium als formale Qualifikationen. Wenn Du Mitglied in einem Verein o.ä. bist, solltest Du Deine Tätigkeit dort und Deine Leistungen kurz erläutern. Auch überdurchschnittliche sportliche Leistungen sind für Arbeitgeber in den USA interessant. Grundsätzlich gilt: Hebe in erster Linie jene Informationen hervor, die für die Arbeit, für die Du Dich bewirbst, von Bedeutung sind.

Sehr wichtig sind auch die Angabe von Referenzen bzw. persönlichen Empfehlungen. Entweder nennst Du am Ende des Lebenslaufes mögliche Referenzgeber, oder Du fügst die Formulierung "References available on request" hinzu. Wichtig ist, dass Du auf Nachfrage dann auch wirklich Referenzgeber angeben kannst.

Da sich das Bildungs- und Notensystem der USA von den unsrigen unterscheiden, solltest Du Deine Noten, Bildungsabschlüsse und ggf. auch spezifische Berufsbilder näher Erläutern. Deine Abschlussnoten transferierst Du am besten ins amerikanische Notensystem. In den USA sind hohe Zahlen gut (die deutsche 1 entspricht in den USA der 4.0) und niedrige schlecht (die deutsche 6 entspricht in den USA einer 0).

Der Lebenslauf sollte antichronologisch aufgebaut sein, das heißt Du beginnst mit der am nächsten zurückliegenden Tätigkeit und gehst dann in der Zeit zurück. Nur die letzten Jahre solltest Du ausführlicher behandeln. Alles was länger als zwei bis drei Jahre zurückliegt, ist nicht mehr interessant. Im Vergleich zu Deutschland ist das resume für eine Bewerbung in den USA deswegen relativ kurz (nicht länger als eine Seite!) und wird nicht unterschrieben.



Anmeldeunterlagen
Praktikum in den USA